Nachfrageseite
Projekt: Promoting Circular Economy Practices Through Consumer-Centered Communication
Leah Rita Speier & Verena Hüttl-Maack
Unter Circular Economy bzw. zirkulärer Wirtschaft versteht man ein Wirtschaftsmodell, das Produkte, Komponenten und Materialien möglichst lange im Kreislauf hält – etwa durch Wiederverwendung, Reparatur, Wiederaufbereitung und Recycling. Dies steht im Gegensatz zum konventionellen linearen Wirtschaftsmodell, bei dem neue Ressourcen zur Herstellung und Nutzung von Produkten verwendet werden, die nach der Nutzungsphase entsorgt werden („take, make, waste“).
Studienreihe „Consumer Adoption of Refurbished Products”
Dieses Teilprojekt untersucht, wie Konsument:innen zum Kauf von Produkten mit zirkulären Eigenschaften anstelle konventioneller Produkte ermutigt werden können. Dazu zählen beispielsweise wiederaufbereitete Produkte (refurbished products) sowie Produkte, bei deren Herstellung recycelte Komponenten oder Materialien verwendet werden. Im Mittelpunkt stehen kommunikative Maßnahmen auf Online-Plattformen und in Online-Shops, auf denen refurbished products typischerweise angeboten werden. Erste Erkenntnisse zeigen, dass insbesondere Unsicherheit über die Produktqualität und die wahrgenommene Variabilität der Produkte Kaufbarrieren darstellen. Kommunikationsmaßnahmen, die diese Barrieren gezielt adressieren, wie bspw. das Bereitstellen von Details zum Refurbishment-Prozess oder Erfahrungsberichte anderer Kund:innen, können Vorbehalte abbauen und die Kaufabsicht erhöhen.
Studienreihe „Take-back Programs“
Auf der Input-Seite einer zirkulären Wirtschaft steht die Rückgewinnung von Rohstoffen und Ressourcen, die erneut in den Kreislauf geführt oder zu neuen Produkten verarbeitet werden können. Auch Konsument:innen spielen hierbei eine wichtige Rolle: In privaten Haushalten befinden sich wertvolle Rohstoffe wie Kupfer, Kobalt und seltene Erden in nicht mehr genutzten Geräten, beispielsweise Computern und Smartphones. Unternehmen versuchen mit sogenannten Take-Back-Programmen und Rücknahmeaktionen, Konsument:innen zur Rückgabe alter oder ungenutzter Geräte zu bewegen. Die zweite Studienreihe untersucht, wie solche Programme gestaltet und kommuniziert werden sollten, damit sie von Konsument:innen möglichst gut angenommen werden.
Konferenzbeiträge
Speier, L. R. & Hüttl-Maack, V. (2026). From Old Shoes to New Carpets? How Recycled Products’ Category Fit Affects Consumer Acceptance of Circular Take-Back Programs, presented at the International Conference of Research in Advertising (ICORIA), June 2025.
Speier, L. R. & Hüttl-Maack, V. (2026). Platform-Dependent Persuasion: How Peer- and Firm-Generated Cues Shape Refurbished Product Evaluation, presented at the European Marketing Academy Conference (EMAC), June 2026.
Speier, L. R. & Hüttl-Maack, V. (2026). Reducing Uncertainty for Refurbished Products: The Role of Customer Reviews and Refurbishment Disclosures Across Platforms, presented at the International Conference of Research in Advertising (ICORIA), June 2026.